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Es ist also von großer Bedeutung, zwischen gesunden Narzissmus und einer krankhaften narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu unterscheiden. Gesunde narzisstische Eigenschaften bzw. Anteile besitzt jeder Mensch in unterschiedlicher Ausprägung, je nach Charaktereigenschaft und Wesen des Menschens.

Für eine gesunde und stabile Psyche ist ein gesunder Narzissmus erforderlich. Mit einer gesunden Dosis von narzisstischen Eigenanteilen wirkt der Narzismuss weder toxisch, noch Grenzen überschreitend auf die Umwelt.


Zu einen gesunden Narzissmus gehören :

  • stabiles Selbstvertrauen
  • stabile Selbsthaltung
  • stabiles Selbstwertgefühl
  • Ehrgeiz
  • stabile Selbstsicherheit
  • Selbstliebe
  • Unabhängigkeit
  • Durchsetzungswille
  • Kritikfähigkeit
  • Toleranz und Verständnis anderen gegenüber

Menschen mit einem gesunden Narzissmus sind stolz auf ihre erbrachten Leistungen ohne überheblich zu werden; sie können andere Meinungen und Personen akzeptieren wie sie sind; könne nehmen, aber auch geben.

Sie sind trotz narzisstischen Anteilen ausgeglichen, empathiefähig, ehrlich und stolz auf sich und ihre Erfolge, haben Freude am Leben und am Erleben, verfügen über eine innere Beständigkeiten, sind beziehungsfähig ohne Bindungsängste und können ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen.

Wenn der Narzissmus jedoch so stark ausgeprägt ist und für den Betroffenen und seine Umwelt zu Leiden führt, wird der Narzissmus (pathologischer Narzissmus) als narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

In der Gesellschaft wird zwar viel über Narzissmus diskutiert, aber die narzisstische Persönlichkeitsstörung gilt jedoch in der psychiatrischen Forschung als kaum untersucht.

Psychologen sprechen von einer Persönlichkeitsstörung, wenn Menschen ein bestimmtes Muster in Verhaltensweisen, Denken und in den Emotionalitäten zeigen, die stark von den Erwartungen der gesellschaftlichen Umgebung abweichen. Krankhafte narzisstische Persönlichkeitsmerkmale führen zu Leiden und Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen Bereichen, sowie in partnerschaftlichen Beziehungen.


Es gibt 2 erkennbare unterschiedliche Lebensumstände, die zum Narzissmus führen können:

Situation 1 : Das Kind bekam von früh auf vermittelt, etwas Besonderes zu sein, d.h. es müsse sich mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten über andere stellen. Es wurde zb in Momenten gelobt, wo kein Lob angebracht gewesen wäre. Nichtigkeiten u schlechtesVerhalten wurden „runter geredet“ und dem Kind wurde damit übermittelt, das es richtig handelt, obwohl es Falsch war. Somit baut sich über Jahre eine verzerrte Wahrnehmung und einer verzerrte Emotionswelt auf.

>>> Es entsteht Typus grandioser NPSler.

Situation 2 : Das Kind bekam von Klein aufkeine Aufmerksamkeit oder falsch gegebene Aufmerksamkeit in Form von Missbrauch und Vernachlässigung > es fühlt sich wertlos, benutzt und entwertet. Dadurch hat es mit der Zeit gelernt, keine Schwächen zu zeigen und immer mit Leistungen ( die ihm noch nicht malzusprachen), positive Beachtung und Aufmerksamkeitvon den Eltern etc. zu bekommen. Auch in dieser Lebenssituation verliert das Kind auf Dauer sein wahres Selbst. Das Kind entwickelt „ Überlebens-Strategien” im Umgang mit seinen sehr zerbrechlichen Gefühlen für den eigenen Selbstwert.

>>> Es entsteht Typus verdeckter, vulnerablerund fragiler Narzissmus.

Narzisstische Persönlichkeiten leiden an ein verzerrtes Selbstkonzept/Selbstwertgefühl und brauchen die ständige Bewunderung und Anerkennung vom Außen. Jede Kränkung bedeutet eine Bedrohung für das falsche Selbst.

Die Wissenschaft ist lang davon ausgegangen, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung mit einem hohen Selbstwert, einer hohen Selbstverliebtheit und einer Überheblichkeit seiner Persönlichkeit einhergeht. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass der Selbstwert der Betroffenen minderwertig ist. Sie beschönigen ihre Selbstwertzweifel durch ihre selbstverherrliche Darstellung nach Außen. Von Egozentrik oder großer Selbstliebe kann also keine Rede sein.

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden vielmehr unter ihre inneren Leere und sind sehr auf die Anerkennung vom Außen fixiert, aber nicht darauf angewiesen. Die Aufwertung der eigenen Person oder oft gleichzeitig Abwertung anderer ist ein Versuch, negative Gefühle zu kompensieren. Narzisstische Menschen können durch ihre falschen Wahrnehmung kein Schuldbewusstsein oder keine Einsicht aufzeigen,um einzusehen, dass ihr eigenes Verhalten Probleme ins Leben ruft und suchen die Fehler bei ihren Mitmenschen.


NPS entsteht IMMER in der frühkindlichen Entwicklung, resultierend aus einem Entwicklungs-/Schocktrauma!


Erst durch ein psychisches Leiden, Aufgrund anderer psychischer Erkrankungen oder zusätzlichen psychischen Störungen bzw. anderen Persönlichkeitsstörungen, somatoformen Störungen (Beschwerden ohne organische Ursache), Alkohol- oder Drogenabhängigkeit und anderen Suchtproblemen, Ängsten, Panikattacken, Burnout, Manie, Essstörungen und Depressionen ( meistens ausgelöst durch einer Kränkung mit resultierender narzisstischer Wut ) suchen Narzissten meistens einen Arzt, den Psychologen oder eine psychiatrische Klink auf. Etwa 2% Prozent der Bevölkerung leidet an einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung (Frauen 0,7% / Männer 1,3%).

Seit neusten geht die Wissenschaft nicht mehr davon aus, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung nicht veränderbar ist. Doch anders als eine Krankheit, ist eine Persönlichkeitsstörung eben in der Persönlichkeitsstruktur angelegt und nicht heilbar, aber therapierbar. Somit können Patienten Verhaltensweisen und Schemata erlernen, die den narzisstischen Kreislauf unterbrechen.

Das Ziel einer Therapie ist nicht, den Narzissten zu einem “gesellschaftlichen Menschen” zu verbessern, sondern mit Hilfe des Therapeuten extreme Verhaltens- und Denkweisen zu durchkreuzen, um sein eigenes Wohlbefinden aufzuwerten, damit er ein besseren Leben führen kann. Was ja seiner Umwelt auch nicht schadet.

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