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Unterschiede zwischen männliche und weibliche NPS

  • Frauen verwenden Regulationsmechanismen, um ein ” Negatives Körperbild” | ein “Kleinheitsbild” und die “Sehnsucht nach einem idealisierten Selbstobjekt” zu kompensieren >>> Sie stellen sich damit selbst als ängstlicher und anlehnungsbedürftiger dar
  • Bei Männer stehen “Grandiositätsphanatasien” im Vordergrung >>> Sie stellen sich als autonom dar >>> Selbstideal
  • Man vermutet, das aufgrund der Diagnosekriterien ( DSM-5 ) Frauen eher als histrionisch/hysterisch klassiefiziert werden oder mit Borderline verwechselt wird
  • Männer erhalten im Gegensatz zu den Frauen die Diagnose narzisstische Persönlichkeitsstörung häufiger | Dabei keine Hinweise darauf, das struktuell NPS bei Frauen seltener vorkommen. Der Narzissmus zeigt sich lediglich anders.

Typisch für die weibliche NPS sind :

  • Körperschemastörungen
  • Bulimie
  • meist verdeckter Typus
  • Battered Women Syndrom ( Frauen, die immer in gewalttätigen Beziehungen landen )

  • Die verborgene weiblich Form kann sogar im Alterismus “getarnt” erscheinen >>> Dahinter steckt Größenphantasie >>> “Die Größte” im ertragen von Leiden sein

Das Problem am Narzissmus-Konzept liegt darin, das es keine einheitliche Begriffsdefinition gibt, sondern eher widersprüchlich ist.

Dies betrifft :

  • das Spektrum von Selbstliebe, die der Narzisst ja nicht besitzt
  • ein psychosexuelles Entwicklungsstadium mit pathologischen Fixierungen
  • eine libidinöse (schnelle Lust) Besetzung vom Ich bzw. des Selbst
  • eine affektive (gefühlsbetonte) Regulation des Selbstwertes
  • eine triebunabhängige Selbst-Entwicklung >>> Allein bei Freud finden sich 14 verschiedene begriffliche Verwendungen

Der Stellenwert des primären Narzissmus ist zur Zeit aufgrund der 9 Diagnosekritierien, der nur auf den malignanten Typus abgestimmt ist und somit andere Krankheitsbilder von NPS ausschließt, sehr umstritten.

Der weibliche Narzissmus wirs somit kaum aufgegriffen, weil es mit Borderline, Depressionen oder mit der histrionische Persönlichkeitsstörung verwechselt werden kann.

Subtile Formen wie der vulnerable Narzisst, bei dem eine erhöhte Kränkbarkeit oder Empfindlichkeit sind somit auch nicht auffindbar.

Dies bedeutet widerrum, dass sich Patienten ohne malignanten narzisstischen Zügen bei Anwendung von Fragebögen ( Fragekatalog zur Diagnoseerfassung ) nicht erkennen lassen können, selbst wenn Neid, Arroganz, ständiger Wunsch nach Bewunderung, Minderwertigkeitsgefühlen etc. vorhanden sind.

Deshalb wird im Rahmen der nächsten Auflage des ICD-10 (oder DSM-5) diskutiert, die NPS zu streichen.

>>> Reduktion von 10 Persönlichkeizsstörungen auf 5 | Eleminiert würden somit paranoide, schizoide, histrionische, narzisstische und dependente Persönlichkeitsstörung

>>> Es bleiben antisoziale/psychopatisch, vermeidend, Borderline, Zwanghaft und Schizotyp

Gegenüberstellung weiblicher und männlicher NPS

FrauMann
Betont Minderwertigkeit, Depressionen und HilflosigkeitBetont Grandiosität
Scham-Wut-Angst-Beschämung-Spirale Beschämung anderer/Unverschämtheit, Abwehr von Scham, Angst vor Beschämung
Kompensation der Schwächen durch Überanpassung, Leistung und AttraktivitätUnmenschliche Forderungen an sich selbst; Streben nach Perfektion > löst alles in auf in : “Besser oder Schlechter als ich” > Neid
Kompensation der Schwäche durch Grandiosität
Weibliches RollenbildMännliches Rollenbild
Heimlichen GrößenselbstHeimlicher Minderwert
Vulnerabler/fragiler TypusOffener/malignanter Typus
Anerkennung durch ÜberanpassungKampf um Anerkennung und Autonomie
Passiv Aggressiv, häufig in Form von Verweigerung, Trotz, innerer Abwertung Offene Aggressivität, Wut ( Schutzmauer > Abwehrhaltung Angst )
Aufgehen im Anderen; besitzt empathisches Mitfühlen bzw. zur Übernahme fremder Gefühle Distanziert; vorwiegend unempathisch > Kognitive Emapthie vorhanden
“Unverletzbar”, sehr leicht kränkbar | Stabilisiert sein Selbstwertgefühl durch Bewunderung von der Partnerin
Identifikation mit Idealselbst des Partners | Partner ist idealisiertes Ersatz-Selsbt der FrauIdentifizierung mit dem Idealbild, dass sich der Partner von ihm macht :
“Opferrolle”“Täterrolle”
Prävelanz : 0,7 % Prävelanz : 1,3 %

Beide Geschlechter können beide Formen des Narzissmus leben oder in gemischter Form!

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