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Die weibliche narzisstische

Persönlichkeits

-störung

  • Über den weiblichen Narzissmus gibt es kaum Konzepte und Forschungen/wenig Literatur

>>> Liegt daran, das vor Jahrzehnten nur dem Mann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zugesprochen wurde

  • In der DSM-5 wird nur der männliche Narzissmus abgebildet
  • Narzissmus zeigt sich bei den Frauen anders und kommt seltener vor

Problematiken die in der DSM-5 nicht gelistet sind :

– Körperschemastörungen

– Esstörungen

– Verborgene Formen von NPS

– CO-Abhängigkeit

– Battered Woman Syndrom ( Frauen, die sich zu gewaltätigen Beziehungen hingezogen fühlen )

– Weiblicher Narzissmus | Verdeckter Typus

Entstehungsbedingungen / Ursachen von weiblichen Narzissmus

B. Wardetzkie beschreibt in ihrer Literatur, das die weibl. NPS ein Entwicklungsdefizit innerhalb der ersten 2 Lebensjahre zusammenhängen > Je früher eine Beeinträchtigung der Entwicklung des Kindes auftritt und je weniger Zeit das Kind hat, diesen Mangel auszugleichen, umso stärker ist die psychische Hemmung im Erwachsenenalter.

Je älter das Kind wird, desto einheitlicher ist sein Ich desto mehr Ich-Funktionen ihm zur Verfügung stehen, verliert es die Bewältigungsstrategien, um Negativitäten wie Konflikte und Trennungen zu verarbeiten.

Dies hat mit der Ich-Selbst-Entwicklung zu tun!

B. Wardetzki führt folgende Gründe für eine unzureichende Ich-Entwicklung an, insbesonders für weibl. narzisstische Strukturen :

  • Verlassen werden, Trennungerfahrungen in frühen Kindheitsphasen
  • Seelische Vernachlässigung
  • Qualität zwischen Kind und Eltern > Willkommen sein – nicht Willkommen sein, Zuneigung, Wärme, Sicherheit, Schutz, Überforderung der Eltern, Bedrohungen usw.
  • Vermischung, Verwechslung und Nicht- Beachtung von emotionalischen und körperlichen Bedürfnissen
  • Extreme Erziehung zur Gehorsamkeit mit wenig Möglichkeiten zur Kritik/Infragestellung und Neugier

>>> Das “Über-Ich” : Narzisstische Menschen bestehe hauptsächlich aus Soll-Forderungen, Verboten, Anweisungen und hohen Idealen, die die Eltern dem Kind vermitteln.

  • Geringe Annahme des eigenen Körpers, geringes Körpergefühl (Sehnsucht nach Schönheitsideale, Berührungsfeindliche Erziehung, strenge Sauberkeitserziehung)
  • Verlust von Bezugspersonen
  • Die sichere VS. unsichere Bindung zwischen Kinder
  • Realistische Einschätzung vom Können und Nicht-Können
  • Diffuse Geschlechterentwicklung
  • Symbiotische Regeln wie z.B. “Mir geht es nur gut, wenn es dir gut geht”
  • Lustfeindlichkeit und Tugendhaftigkeit
  • sexueller Missbrauch

Die Kinder wissen oft, was zu tun ist und wie sie sein müssen, um Zuwendung zu erfahren. Sie lernen nicht für später, wie man eine selbstsicheres, selbstständiges, unabhängiges und willensfreies Selbst aufrecht erhält, da sie in der Kindheit kaum eigene Interessen usw. vertreten konnten und wenn, wurden sie entwertet oder sogar abgelehnt.

Im Erwachsenenalter zeigt sich dann bei den Frauen eine extreme Hinwendung zu Anderen > Sie denken stetig daran, was Andere von ihnen erwarten und versuchen, die vermeintlichen Erwartungen zu erfüllen (dazu mehr unter “Definitionen”).

Definition

  • Narzisstinnen werden von ihrer Außenwelt als sehr attraktiv empfunden > Die Narzisstin jedoch fühlt sich unattraktiv und besitzt starke Minderwertigkeitskomplexe. Sie legt daher viel Wert auf ihr Äußeres, was in einer krankhaften/wahnhaften Überanpassung ausartet.
  • Komplementärerkranungen sind Panikattacken, Soziaphobien, Essstörungen, Depressionen, Sometarisierungsstörungen, Angststörungen
  • Tiefe Selbstzweifel, starke Selbstabwertung, Isolation ( Abspaltung von Menschen), Gefühlswirrwarr
  • Verstecken sich hinter eine intakten Fassade, die schwer durchschaubar ist
  • Finden sich häßlich, dick, unattraktiv und nicht liebenswert
  • sind durch ihren Minderwert beziehungsunfähig > daraus resultiere eine Bindungsangst, weil sie sich als unperfekt empfinden > sehnen sich aber nach Liebe und Geborgenheit
  • Sie leiden unter dem Gefühl des Alleinseins | Sie machen sich einsam, indem sie sich Gefühle für jmd. Anderen verbieten > fühlen sich nicht begehrenswert
  • Sie verstecken ihr wahres Selbst und mimen die perfekte Frau, vor allem in der Lovebombingphase > Mag er ladylike, ist sie ladylike | Mag er sportliche Frauen, ist sie sportlich | In Wirklichkeit ist sie aber depressiv
  • Sie sucht immer die Bestätigung im Außen, damit sie ihren Selbstwert spüren und aufrecht erhalten kann > Flirts, Flirtapps, Beziehungen, Affären
  • Ihr Verhalten ist stark von Gegensätzen geprägt.
  • Sie haben keine Auffassung davon, wie sie tatsächlich bei Mitmenschen oder beim anderen Geschlecht ankommen, da sie einer Selbstentfremdung leiden
  • Ihr Umfeld erlebt sie oft als humorvoll, problemlos, stark, hilfsbereit, gefestigt > Kumpeltyp > Positiv gelaunt und eingestellt
  • Weibl. Narzissten leiden einem instabilen Selbstwertgefühl, das starke Schwankungen aufzeigt. Einerseits fühlen sie sich Grandios und sind die Schönste, andererseits glaubt sie nicht an sich und fühlt sich bedeutungslos, wertet sich ab > Die Gefühle pendeln zwischen Grandios und Devot

>>> Beispiel :

Einmal fühlt sie sich großartig und unübertreffbar, das andere Mal zweifelt sie stark an sich = sagt plötzlich Treffs, Veranstaltungen oder Planungen ab. Wenn sie mit ihrem Selbstbild gänzlich unzufrieden ist, weil sie keine positive Resonanz (Zufuhr) vom erhält, entzieht sie sich und verbietet sich Aktionen > Starker Minderwert tritt in den Vordergrund.

Der Gegenüber versteht dieses Verhalten nicht und bezieht es eventuell auf ein Fehlverhalten seinerseits oder fühlt sich versetzt/entwertet.

  • Größenphantasien beziehen sich meistens auf Idealisierung ihres Selbst > Dient als Regulationsmechanismus des Minderwertigkeitsgefühls/Unterbindung des Selbstverlustes
  • Haben nie gelernt, ihre Person angemessen zu schätzen, aufgrund von Missbräuche, Vernachlässigungen, Mobbing und Entwertung in der Kindheit > Fehlprägung des Selbstwertes
  • Kompensiert folgende negative Emotionen wie folgt :

>>> hebt ihre Attraktivität besonders hervor

>>> steigert ihre Leistungsbereitschaft

>>> hohe Anpassungsfähigkeit

>>> trägt ihr falsches Selbst nach Außen > Hobbies, Charaktereigenschaften uvm.

>>> lügt zum Eigenschutz

  • Bestätigungen, die sie für sich erfährt, macht sie nicht von ihren Selbst abhängig ( Charaktereigenschaften, Leistungen, Bildung, Inteeligenz oder andere Fähigkeiten), sondern von ihren Äußerlichkeiten | Je mehr positiver Input, desto schöner fühlt sie sich |folgt viel negativer Input, fühlt sie sich häßlich | Fehlt Bestätigung, leidet sie unter Ängsten, Panikattacken und Depressionen >>> Entwickelt ein starkes instabiles Ich und zieht sich komplett zurück
  • Die Grandosität zeigt sich also nur durch das Verlangen nach ständiger Bewunderung und dem Gefühl, ohne diese nicht leben zu können
  • Sagt man ihr Termine, Unternehmungen oder Treffs ab, sieht sie dies als Kränkung, da sie es als Entwertung ihrer Selbst deutet
  • Strebt ein hohes Niveau auf Arbeit an, d.h. sie setzt sich zu hohe, unerreichbare Ziele > Burnout
  • Kommen mit dem Alterungsprozess nicht zurecht
  • Der weibliche Narzissmus gehört zu der verdeckten Form > sie stellt sich nicht in den Mittelpunkt, sondern wird in den Mittelpunkt aufgrund ihrer Kompensationstaktiken gestellt
  • Sie ist höchst sensibel gegenüber den Reaktionen Anderer und vermeidet es deshalb, im Mittelpunkt zu stehen

” Wenn du perfekt bist,kannst du nicht mehr beschämt werden.”

” Wenn du perfekt bist, wirst du auch geliebt.”

” Bringst du die beste Leistung auf Arbeit, bist du intelligent.”

Sie tritt sehr selbstbewusst, sicher, stabil, verantwortungsvoll, hilfsbereit und selbstsicher auf, weiß aber nicht um die Wirkung, die sie nach Außen hin ausstrahlen.

Sie sind vulnerabel, fragil, voller Selbstzweifel und fühlen sich minderwertig.

Sie suchen sich Partner, die selbstbewusst und stabil sind, sich nicht dominieren lassen und Verständnis aufbringen können. Die Männer müssen jedoch die Stärke auch ausstrahlen.

Besitzen einen hohen Intelligenzquotient (besitzen die meisten Narzissten > Studien ergaben hohe IQ-Ergebnisse von über 110).

Männer können genauso am weiblichen Narzissmus erkranken > Frauen an den männlichen Narzissmus | Die Störung ist nicht geschlechterspezifisch.

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