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Histrionische Persönlichkeits-störung

  • Genau wie bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung kommen auch Menschen mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung meist nicht wegen der Störung selbst in Therapie, sondern wegen anderer Probleme (Depressionen, Panikattacken, Somatisierungsstörungen..).
  • Sie suchen sich allerdings viel häufiger therapeutische Hilfe (auch wegen partnerschaftlicher Probleme) als Menschen mit einer NPS.
  • Histrioniker fallen besonders durch ihr dramatisches, theatralisches Verhalten auf. Sie reagieren auch sehr übertrieben in ihren Gefühlen und sind auch in ihrer Sprache sehr dramatisch, aber eher oberflächlich.
  • Suggestibilität spielt bei ihnen eine große Rolle.
  • Sie sind leicht beeinflussbar und manipulieren, allerdings auch um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
  • Ihre Affekte sind labil und oberflächlich. Sie benötigen sehr viel Aufmerksamkeit und Anerkennung vom Außen; sie fühlen sich unwohl, wenn sie einmal nicht im Mittelpunkt stehen.
  • Sie sind sehr eitel sind und durch ihr äußeres Erscheinungsbild die Aufmerksamkeit suchen.
  • Häufig haben sie ein außergewöhnliches Äußeres, kleiden sich gerne provokant/verführerisch und sind mit dem anderen Geschlecht sehr kokett (flirten viel), sind dann aber im Gegensatz zu der BPS (Borderline) nicht promiskuitiv.
  • Die körperliche Erscheinung ist ihnen außerordentlich wichtig.Histrioniker sind häufiger Partner von Menschen mit NPS, da sie sich sehr gut beeinflussen lassen und für die gewünschte Aufmerksamkeit sehr viel tun.
  • NPSler auf der anderen Seite profitieren von einem attraktiven Partner, der sie aufwertet. Sie benötigen sehr stark die Aufmerksamkeit von außen. Ohne diese werden Histrioniker krank, leiden sehr auffallend, fangen an zu Lügen, erfinden extreme Geschichten und machen ihren Freunden/Bekannten Vorwürfe.
  • Von ihrem Umfeld werden diese Persönlichkeiten häufig als unglaubwürdig und hysterisch eingeschätzt.
  • Die HPS wird auch manchmal mit ADHS verwechselt, da beide nicht gut zuhören können und eben auch die Aufmerksamkeit mit allen Mitteln suchen.
  • Die NPS und HPS zeigen viele Parallelen auf. Beide sind freiheitsliebend, wollen bewundert werden, lieben es im Mittelpunkt zu stehen und haben Probleme damit, sich selber und den Anderen zu sehen. Der Andere wird gebraucht, um sich gesehen und selbst wertvoll zu fühlen. Trotz dieser Gemeinsamkeiten gibt es natürlich auch Unterschiede.

Hier ein paar Merkmale unter den Oberbegriffen zusammengefasst:

Freunde/Bekanntschaften

Der NPSler geht eher unverfängliche Bekanntschaften ein, sucht den Kontakt zu „besonderen“ Menschen (VIPs). Er wird häufig als arrogant wahrgenommen.

Der HPSler ist kontaktfreudig, unternehmungslustig, nach außen gerichtet und ungerne allein. Er hat viele Freunde und Bekannte und liebt die Abenteuer.

Das Auftreten

Der NPSler hat eine Begabung von seiner Meinung zu überzeugen, ist oft sehr sprachgewandt und detailverliebt. Er hat viele Interessen, ist wissbegierig, möchte überall nicht nur mitreden können.

Der HPSler wirkt oft verspielt, oberflächlich und begeisterungsfähig. Fakten sind ihm nicht so wichtig. Im Gespräch ist er schnell ungeduldig, übergeht leicht Grenzen, neigt zu starken Übertreibungen, ist theatralisch.

Im Beruf

Der NPSler übernimmt gerne Verantwortung im Job, ist häufig in Führungspositionen zu finden, schreckt nicht vor Herausforderungen zurück. Er braucht den Erfolg. Er verfolgt seine Ziele oft ohne Rücksicht auf Verluste, ist durchsetzungsfähig.

Der HPSler ist eher impulsiv, schnell ungeduldig, begeisterungsfähig aber ihm fehlt das Durchhaltevermögen, es wird schnell langweilig. Er lebt ihm Hier und Jetzt. Häufige Wechsel im Beruf können die Folge sein.

Beziehungen/Partnerschaften

Der NPSler ist unabhängig, kann Beziehungen leichter lösen. Er bestimmt den Alltag in Beziehungen, kontrolliert den Partner. Nach anfänglicher Idealisierung kommt es häufig im weiteren Verlauf zur Abwertung des Partners.

Der HPSler ist abhängig, lässt sich sehr leicht beeinflussen, geht für den Anderen über die eigenen Grenzen, tut alles für den Partner, vergisst sich selbst. Er leidet, ändert aber nichts an der Situation, sobald alles (auch nur temporär) wieder in Ordnung.

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